Willkommen in Kamikatsu, Japan!

Wie trennen die Deutschen ihren Müll? Das Papier vom Restmüll vielleicht? Oder den Biomüll vom Plastikmüll? Egal wie getrennt wird, es bleibt bei vielleicht 3 oder 4 Kategorien des Mülls.

Wie wäre es aber mit 34 Kategorien?

Im Herzen der japanischen Insel Shikoku finden wir das kleine Dorf Kamikatsu, welches genau das tut.

Nicht sofort stieß die Zero Waste Academy der Gemeinde auf Begeisterung der 1,700 Einwohner Kamikatsus, als sie die neuen Regeln einführten. Bis 2003 verbrannte das Dorf nämlich wie gwohnt ihren Müll.

Die Regeln der Zero Waste Academy zu befolgen muss eine große Umstellung gewesen sein, denn der Müll wird nicht nur in 34 Kategorien eigenhändig getrennt, sondern muss vorher gewaschen und sortiert werden um dann anschließend in das Recyclingzentrum gebracht zu werden. In diesem wird der getrennte Müll vom Team der Zero Waste Academy noch einmal kontrolliert. Denn die Plastikflasche wird getrennt von ihrem Deckel und ihrem Etikett, und Plastikflasche ist nicht gleich Plastikflasche; die mit Wasser kommen in eine andere Tonne, als die mit anderen Inhalten.

Inzwischen aber, nachdem das waschen und sortieren zur Gewohnheit geworden ist, sehen die Einwohner die Vorteile für die Umwelt und ihre eigene Gesundheit. Die Recycling-Quote des Dorfes stieg auf 80%, bis 2020 will Kamikatsu 100% erreicht haben.

Die Entwicklung des Dorfes ließ weitere Recycling Projekte entstehen, zum Beispiel den Kuru-Kuru-Shop, in dem alte, unbrauchbare Klamotten etc. hingebracht werden um zu etwas neuem verarbeitet zu werden. Daraus entstehen dann zum Beispiel Teddybären, die kostenlos mitgenommen werden dürfen.

Utopisch scheint das Dorf Kamikatsu für die westliche Welt, aber deutlich wird: Es funktioniert und es funktioniert gut!

 

Hier das 5 Minuten Video zum Dorf Kamikatsu