Natürlicher Kunststoff!? NaKu!

Wenn man sich mit Plastik beschäftigt und lernt, welche Auswirkungen dieses Allrounder – Material mit sich bringt, kommt man unausweichlich zu der Erkenntnis, dass man eigentlich nicht mehr länger mit diesem Material arbeiten kann. Es schadet der Umwelt, den Lebewesen und letzten Endes auch dem Menschen. Leider erkennt man aber auch, dass Plastik finanziell und wirtschaftlich unersetzbar ist. Was also tun, wenn man einen vermeintlich perfekten Stoff gefunden hat, dieser aber das Gegenteil von Nachhaltigkeit darstellt? Einen natürlichen Kunststoff herstellen!

Moment mal.

Was?

 

Ende 2007 wurde „NaKu“ von dem Ehepaar Ute und Johann Zimmermann gegründet und selbst finanziert. NaKu – kurz für Natürlicher Kunststoff – entwickelt und vertreibt Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, die schließlich wieder in der Natur abgebaut werden können. Ganz nach dem Motto „Abfall soll in der Generation bleiben, die ihn verursacht“, möchte NaKu damit eine gesunde Alternative zu Kunststoffen auf Erdölbasis bieten.

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NaKu hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, mir einige Fragen zum Thema „Natürliche Kunststoffe“ und ihrer Firma zu beantworten.

 

Was bedeutet „natürlicher Kunststoff“ und was macht ihn aus?

„Natürliche Kunststoffe“ sind Materialien, die aus Pflanzen hergestellt werden, natürliche Inhaltsstoffe enthalten und biologisch abbaubar sind. Als Rohstoffe werden verschiedene Pflanzen herangezogen, wie z.B. Mais oder die Schalen von Sonnenblumenkernen.

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Inwieweit unterscheiden sie sich von herkömmlichen Kunststoffen und welche Vorteile haben sie?

Ein wesentlicher Unterschied ist der Rohstoff: herkömmliche Kunststoffe werden auf Basis von Erdöl hergestellt. Diese Ressource ist begrenzt, während die Ressourcen für natürlichen Kunststoff immer wieder nachwachsen. Bei der Nutzung gibt natürlicher Kunststoff im Gegensatz zu herkömmlichem Kunststoff keine schädlichen Stoffe an die Umwelt ab. Nach der Nutzung werden die Produkte aus NaKu dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt und liefern Rohstoffe für das Wachstum weiterer Pflanzen. Kurz gesagt: natürlicher Kunststoff kann im Kreislauf mit der Natur geführt werden, herkömmlicher Kunststoff nicht.

 

 

Bringt natürlicher Kunststoff auch Nachteile mit sich?

Die meisten natürlichen Kunststoffe sind zurzeit nicht auf Langlebigkeit ausgelegt. Daher eignen sie sich eher weniger für den Gebrauch bei Gütern, die man mehrere Jahre nutzen möchte.

 

Ein großer Kritikpunkt natürlicher Kunststoffe ist, dass sie aus Rohstoffen bestehen, mit denen man die Welthungersnot reduzieren könnte. Wie steht NaKu dazu?

Uns ist uns die Problematik dahingehend bewusst. Wir möchten aber auch darauf hinweisen, dass wir mit allen Lebensmitteln, die es auf der Welt gibt mit Leichtigkeit der Welthunger reduziert werden könnten. Da muss man an eine globale Umverteilung denken! Über Kurz oder Lang muss die Menschheit Alternativen zum Rohstoff Erdöl entwickeln. Wir sehen natürlichen Kunststoff als ein Produkt dieses wissenschaftlichen und technischen Fortschrittes. Hierbei bedarf es aber an einer fundierten Aufklärung der KonsumentInnen. Industriell gesehen, verwerten wir einen Industriemais, der nicht für die Lebensmittelindustrie angebaut wird. Ziel von NaKu ist es aber, so viele Abfall und Nebenprodukte wie möglich zu verarbeiten. Wir arbeiten aktuell mit Partnern daran, die Rohstoffe für den natürlichen Kunststoff aus z.B. den Schalen der Sonnenblumenkerne zu gewinnen.

 

Mit welchen Problemen hattet ihr bei der Verwirklichung eurer Idee anfangs zu kämpfen?

Es war – und ist nach wie vor – nicht einfach, die kunststoffverarbeitenden Maschinen auf die natürlichen Rohstoffe einzustellen. Besonders in diesen Situationen ist es sehr wichtig, an das Produkt und die Idee zu glauben!

 

Welche Produkte gibt es zurzeit aus eurem natürlichen Kunststoff und welche plant ihr noch für die Zukunft?

Derzeit gibt es Frischhaltebeutel für Lebensmittel, alle Formen von biologisch abbaubaren Tragetaschen, NaKu Flaschen und eine Vielzahl von individuell entwickelten Produkten für unsere KundInnen, die wir im größtenteils DACH-Raum verkaufen. In Zukunft werden wir dieses Sortiment durch Innovationen stetig ausbauen.

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Kollaboriert ihr mit anderen Unternehmen?

Ja, natürlich. Mit verlässlichen Partnern ist Vieles einfacher und wir arbeiten mit verschiedenen Partnern in der Entwicklung, Produktion und auch im Vertrieb zusammen.

 

Haben natürliche Kunststoffe eine standhafte Zukunft, oder kommt es langfristig gesehen wirtschaftlich und finanziell nicht an die Produktion herkömmlichen Plastiks ran?

Der Preis für herkömmlichen Kunststoff ist an jenen von Erdöl gekoppelt. Wenn die Erdölvorräte zur Neige gehen, wird auch der Preis für Kunststoff am Weltmarkt steigen. Spätestens dann wird man auf Alternativen umsteigen.

 

Sollen Kunststoffe in allen Bereichen von natürlichem Kunststoff ersetzt werden? Geht das überhaupt?

Derzeit kann man technisch noch nicht alle herkömmlichen durch natürliche Kunststoffe ersetzen und es macht daher speziell für langlebige Produkte keinen Sinn. Das kann sich aber für die Zukunft ändern.

 

Welches große Ziel verfolgt NaKu, was erwartet uns in Zukunft?

Upcycling ist unser großes Ziel. Wir arbeiten daran, Reststoffe aus anderen, aber auch aus unserer eigenen Produktion, zu biologisch abbaubarem Kunststoff zu verarbeiten. Dies soll außerdem möglichst regional geschehen.

„Wir wollen die Welt verändern, nur ist die Welt ein verdammt sturer Ort.“    –Johann Zimmermann

 

Wenn NaKu euer Interesse geweckt hat und ihr mehr darüber wissen möchtet schaut auf der Website vorbei: http://www.naku.at/de_DE/

Oder auf Facebook: https://de-de.facebook.com/naku.ausnatuerlichemkunststoff/

 

Ich bedanke mich herzlich bei NaKu für die tolle Zusammenarbeit und glaube, dass wir bald sehr viel mehr von Firmen wie NaKu zu hören bekommen. Sehr viel länger kann mit dem herkömmlichen Kunststoff nicht gearbeitet werden und dementsprechend haben natürliche Kunststoffe eine notwendige und große Zukunft.

 

Danke Naku!