Gleichgültigkeit ist die größte Sünde der Menschheit:

Auf einer Wanderung im Kleinwalsertal, kehrte die Familie meiner Oma zur Rast in einem Bauernhof ein. Die Familie wollte sich etwas zu trinken zu kaufen und sich von der anstrengenden Wanderung ausruhen. Die Bauersfrau hat ihnen eine Sinalco verkauft. Nach dem Austrinken haben sie die leeren Trinktüten eingesteckt, da die Bauersfrau ihren Abfall sonst mühsam ins Tal herunter hätte tragen müssen. Die Bauersfrau war von der Handlung meiner Oma so verwundert, dass sie ihr erzählte, was ihr jedes Jahr passierte. Touristen kamen, tranken ihre Trinktüten aus, und schmissen sie anschließend einfach auf die Wiese. Die Kühe rochen daran und fraßen sie dann anschließend auf, da sich der verführerische Geruch der Sinalco in ihren Nasen ausbreitete. Die Folge für die Kühe war fatal: Notschlachtung.

Auf dem Bild seht ihr meine Oma, Apolonia, und meinen Opa, Friedel. Sie beide haben meine negative Auffassung über die Wegwerfgesellschaft nachhaltig geprägt. Meine Oma und Opa haben nun schon seit gut 50 Jahren Haus und Garten. Meine Oma erbte das Grundstück und mein Opa hat das Haus als gelernter Maurer selbst gebaut.

Meine Oma ist im und mit Garten groß geworden, ihre Familie versorgte sich selbst, denn im Krieg gab es keine andere Möglichkeit. Es gab nicht viele Einkaufszentren, oder sie lagen sehr weit entfernt. Als meine Oma dann ihre eigenen Kinder großzog behielt sie was sie gelernt hatte bei, sie und mein Opa kümmern sich noch heute mit 80 Jahren täglich um ihren 2000m2 großen Garten. Doch nicht nur weil die Einkaufszentren zu weit weg waren, nein auch aus ökologischen Gründen erzählen sie mir, wollten sie das machen: „Wir wollten reine Sachen essen. In unserem Garten wird kein Kunstdünger, werden keine Pestizide verwendet. Das gibt insgesamt weniger Ertrag, aber so kann man seine Familie und Freunde mit reinem Gewissen versorgen und hat trotzdem noch etwas Grünes, frisches, aus dem Garten zu verschenken.“
Die Vorteile eines nachhaltigen Lebens, so Apolonia sind: „keine Zivilisationskrankheiten und ein reines Gewissen, denn wir wissen, dass wir unseren Teil zur Erhaltung der Erde beitragen“.

Früher, so erzählt mir meine Oma, hat man ein bescheidenes Leben geführt, und deshalb ist ihre Generation heute vor allem dankbar, für das was sie hat, denn es gibt weitaus schlimmere Zustände, wie den Krieg. „Ich denke jeder sollte in Dankbarkeit Leben, denn unsere Welt kann nur erhalten werden, wenn wir das was wir haben wertschätzen, pflegen, behalten können.“

So sind meine Großeltern auch von Natur aus sparsam. Vor allem an Plastiktüten sparen sie, da sie von ihrem Elternhaus zur Sparsamkeit erzogen wurden und ihnen durch die Kriegsverhältnisse keine andere Wahl blieb.
Auch ihr Haus enthält fast keine Kunststoffe, denn sie mögen Naturprodukte lieber als Plastik, da diese einfach mehr ihre Einstellung und Verbundenheit zur Natur entsprechen, außerdem sind sie schöner. Sie sagen mir: „Wir haben nichts gegen Konsum, denn der gehört zum Leben, aber etwas gegen übermäßigen Konsum. Wir kaufen lieber hochwertige Sachen, es zählt Qualität statt Quantität. Die Globalisierung macht uns vor, dass wir immer irgendwo anders für irgendwen verfügbar sein müssen, dass ein Apfel aus Spanien besser schmeckt, als ein Apfel aus unserem Garten. Die Versuchung und die Auswahl ist zu groß, sodass der Mensch ständig Entscheidungen treffen muss, und meist die Falsche.“ Mein Opa erzählt mir, dass das Leben wieder mehr auf das hier konzentriert werden müsse, da man sonst einfach den Überblick verliert.

Als ich nach ich meine Opa nach Rat fragte, was wir tun sollten, sagt er mir, dass man nicht von der Nachhaltigkeit ablassen darf, da die Umwelt sonst zu sehr belastet wird. „Man kann jetzt nur noch etwas ändern, indem man sich in Verzicht übt.“

Kommen wir zurück auf die Geschichte am Anfang von diesem Artikel, wo die Bauersfrau von Menschen berichtet, die ihren Abfall ohne nachdenken über Konsequenzen in die Umwelt schmeißen. Der Grund für einen solchen Akt der Grausamkeit gegenüber der Natur und uns, ist die Gleichgültigkeit der Menschen. Diese ist laut meiner Oma, die „größte Sünde der Menschheit“. In einem Moment der Unachtsamkeit, Gleichgültigkeit denken wir uns, nichts dabei, oder Hauptsache weg mit dem Müll, wir denken nicht über die Konsequenzen nach. Denn nur, wenn der Mensch direkt die Folgen dieses Aktes spüren würde, würde er erkennen, dass das nicht der richtige Weg ist. Stay With Me will genau diesem Verhalten entgegenwirken. Wir wollen Aufmerksamkeit und Verantwortungsbewusstsein in den Menschen wecken. Aus diesem Grunde, machen wir das; Wir wollen, dass die Menschheit aufwacht und endlich damit beginnt, über Handlungen und ihre Konsequenzen nachdenkt.

Was ich mit diesem Artikel aussagen möchte, ist nicht, dass wir uns jetzt alle einen Garten zulegen müssen, aber wir sollten mit der Einstellung eines Gärtners leben.