Direkt aus Thailand

6 Monate. Eine Briese in den Bergen. Meeresrauschen, salzige Luft.
Schmutz. Luftverschmutzung. Plastik.
Thailand- Ein Bericht über die Vielfältigkeit der Natur, und ihre Verschmutzung
Ich atme ein und aus. Schreie aus mir heraus. Genieße die Aussicht und die Landschaft. Stille.
Ich lebe nun schon so lange hier, dass für mich kaum noch eine Sache fremd wirkt. Fische auf dem Markt, die kurz vor ihrem letzten Atemzug noch mit Wasser überschüttet werden, damit sie dann doch noch am leben bleiben. Schweineköpfe, Gas auf dem Motorrad transportiert. Feuer neben der Autobahn. Plastik. Eine Plastikflasche in einer Plastiktüte mit einem Plastikstrohhalm.
Der Plastikkonsum ist hier nicht nur extrem hoch, sondern auch extrem unnötig. Schon in Berlin habe ich mich über den Plastikkonsum  und über die Wegwerfgesellschaft aufgeregt. Das alles nimmt hier andere Maßstäbe an. Es tut mir weh. Es tut mir weh den Müll am Straßenrand zu sehen, oder hinter Zäunen. Aber die Leute wissen es nicht besser, niemand hat es ihnen besser gesagt oder erklärt. Es tut mir weh, dass das Plastik hier nach weniger als 25 Minuten im Mülleimer landet. Zur gleichen Zeit realisiere ich, dass das die Wahrheit ist. Als leidenschaftliche Spaziergängerin habe ich schon in Berlin meine Runden gedreht und hier und da mal eine Plastikflasche aufgesammelt. Der Weg war sonst immer sauber, der Sonnenuntergang nicht von Müll unterbrochen. Hier ist das anders; jedes Mal, wenn ich spazieren gehe, Fahrrad fahre, auf dem Beifahrersitz sitze und die Landschaft beobachte, sehe ich Plastik. Nicht nur eine Flasche, sondern einen ganzen Haufen, einen Berg. Hinter Tempeln, hinter Baustellen.
Es ist überall.
Das ist die Wahrheit,denn wenn das Plastik in Berlin wenigstens nicht im wortwörtlichen Blickfeld liegt, heißt es nicht, dass es nicht da ist, Hier in Thailand sieht man, dass wir als Menschheit damit überfordert sind. Wieder einmal produzieren wir etwas, dass für unseren Horizont noch unerfassbar ist. Ein Produkt der Bequemlichkeit, die Schäden noch ungewiss. Ein Produkt, das wir leichtherzig massenhaft produzieren und wegschmeißen und die Erde somit mit großem Ballast für kleine Ewigkeiten beladen. Der Unterschied hier ist, dass der Verbraucher über die bekannten Folgen für Flora und Fauna noch weniger aufgeklärt ist, als der Verbraucher in Deutschland. Zusätzlich weiß niemand wohin mit dem ganzen Plastik, also wird es entweder verbrannt, oder einfach am Straßenrand ausgekippt. Darin sehe ich die Wahrheit, denn niemand weiß wirklich wohin. 6 Millionen Tonnen Müll landen jährlich im Meer. 6000000 Tonnen! Die Überforderung ist in Thailand deutlich zu sehen, während es in Berlin etwas vertuscht wird. Aber am Ende wissen wir alle nicht, wohin damit. Deshalb sage ich nein zu jeder Plastiktüte, die mir aufgezwungen versucht wird. Denn auch wenn ich nur ein Teil Mensch von sieben Milliarden Menschen bin. Ich füge nicht zusätzlich zum Problem hinzu. Erkläre anderen Menschen wieso dieser extra Strohhalm so schädlich ist. Denn, ich glaube wir können die Veränderung sein, die wir uns wünschen zu sein für diese Welt. Nur wenn wir an unsere Ziele festhalten, können sie auch in Erfüllung gehen. Wir können heute damit starten und morgen Andere inspirieren.
Danke Stay With Me
Clara, Botschafterin von Stay With Me, damit die Erde mit uns steht