Boyan Slat – etwas das nicht getan werden konnte und dann getan wurde

Von den 225 millionen Tonnen produziertem Plastik, werfen die Menschen jede sekunde 90 kilo Plastik ins Meer, 6,4 millionen Tonnen Plastikmüll enden also auf der Meeresoberfläche und zersetzt sich über die Jahrzehnte in immer kleinere Teile. Die Auswirkungen gehen in alle möglichen Bereiche, betreffen sogar den Menschen selbst, indem der Plastikmüll in der Nahrungskette landet und gesundheitliche Schäden hervorruft. Nur eine, aber dennoch große Folge des Plastikmülls in unseren Weltmeeren.

Leere Worte, keine Taten, das ist schon Gewohnheit, das was erwartet wird, gerade wenn es um Themen wie Umweltverschmutzung geht. Große Pläne, die nie zustande kommen. Nicht aber bei Boyan Slat, der sich in den Kopf gesetzt hat die Ozeane von Plastikmüll zu befreien. Nach einem Tauchgang in Griechenland, bei dem mehr Plastik als Fisch im Meer zu sehen war, wollte der zwanzigjährige Holländer etwas verändern, obwohl es noch unmöglich schien. 2013 setzte er seine Gedanken in die Tat um und gründete die Organisation „The Ocean Cleanup“. Mithilfe von crowdfunding und sozialer Netzwerke konnte eine Grundlage geschafft werden und schon schnell entstand ein Team professioneller und freiwilliger Helfer. In einer 530 Seiten langen Studie wird die Machbarkeit des Projektes bestätigt, da er viel Kritik zu hören bekam, welche ihn aber nicht entmutigte, sonderen eine Möglichkeit war, es besser weiter zu machen. Ziel ist es mithilfe von 50 kilometer langen Schläuchen – welche wie ein V auf dem Meer errichtet sind – und unter dem Wasser angebrachten Trichtern Plastikmüll zu bündeln und an Land zu beförden, um es schließlich zu recyceln. Dabei wird auch darauf geachtet, dass der Tierwelt keinen Schaden zugefügt wird. Im Visier ist eines der fünf riesigen Müllwirbel, die sich verteilf auf den Ozeanen befinden und sich über mehrere 100 000 quadratkilometern erstrecken. Der Größte von ihnen befindet sich zwischen Nordamerika und Asien und nimmt etwa die Fläche Mitteleuropas ein.

Zu gut um wahr zu sein und doch läuft das Projekt auf Hochtouren. In den nächsten 10 Jahren soll die hälfte des Plastikmülls aus dem Ozeanen entfernt werden und das auf eine Weise, die 33x preiswerter als andere Methoden ist und auch noch einen Profit von 56,8 milliarden US-Dollarn bringen würde. Doch „Erst wenn wir erkennen, dass Wandel wichtiger ist als Geld, wird das Geld kommen“, überzeugende Worte seiner ersten öffentlichen Rede, die uns sagen, dass manchmal der Wille wichtiger ist und sicher reicht.